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FAQ: Rechtsfragen zu Volksschulkids

Die D.A.S. Rechtsberatung hat Fragen und Antworten rund um Volksschule, Taschengeld, Schulweg und Aufsichtspflicht gesammelt.

Welche Besorgungen dürfen Volksschul-Kinder selbst machen?

Kinder zwischen dem vollendeten 7. und 14. Lebensjahr - unmündige Minderjährige - sind beschränkt geschäftsfähig. Kinder/Jugendliche dürfen ohne Zustimmung der Eltern sogenannte ""Taschengeldgeschäfte"" abschließen. Typische Geschäfte für diese Altersgruppe sind zum Beispiel der Kauf von Büchern, CDs etc.

Taschengeld: ab wann und wie viel ist sinnvoll?

Die Höhe des Taschengeldes hängt natürlich von der finanziellen Situation der Familie ab. Es gibt aber Empfehlungen, wie etwa des Bundeskanzleramtes, die zur Orientierung der Eltern dienen:

     Alter                           Höhe des Taschengeldes                  Zeitraum

6 bis 8 Jahre                             0,50 bis 2 Euro                          Wöchentlich

8 bis 10 Jahre                            2 bis 3 Euro                              Wöchentlich

 

Ab wann soll ich meinem Kind ein eigenes Handy geben?

Das Handy eignet sich für Kinder auch schon im Grundschulalter. Es dient als Sicherheitsausstattung für Notfälle und fungiert für ängstliche Kinder als emotionale Hilfe. Es gibt den Kindern das Gefühl der Sicherheit, dass ihre Eltern stets erreichbar sind. 

Verkehr und Volksschul-Kinder

Eltern müssen ihre Kinder auf den Straßenverkehr vorbereiten. Auch die Verkehrsregeln müssen erst gelernt werden. Doch für die Sicherheit der Kinder im Straßenverkehr sind nicht nur die Eltern verantwortlich. Auch die Verkehrsteilnehmer müssen ihre Fahrweise an das mögliche Verhalten von Kindern anpassen. Da Kinder vom Vertrauensgrundsatz ausgenommen sind, müssen die erwachsenen Verkehrsteilnehmer damit rechnen, dass diese die Verkehrsregeln nicht immer beachtet werden.

Wie bereite ich mein Kind auf den Schulweg vor?

  • Eruieren Sie vorab den sichersten Schulweg und üben ihn mit Ihrem Kind wiederholt.
  • Im Vorfeld: Ablenkungen besprechen, Gefahren aufzeigen, richtige Verhaltensweisen erklären.
  • Achten Sie auf die Vorbildwirkung: Kinder neigen zum Nachahmen. Zeigen Sie beispielsweise vor, wie man sich beim Verlassen des Schulbusses, bei Ampeln, Zebrastreifen oder Toreinfahrten richtig verhält.
  • Kinder am Schulweg beobachten. Das Kind sollte erst dann alleine zur Schule gehen, wenn sich die Eltern davon überzeugt haben, dass es sich auf der Straße richtig verhält. Zur Überprüfung ist es sinnvoll, anfangs hin und wieder unbemerkt dem Kind zu folgen.
  • Vorteilhaft ist es auch, sich mit anderen Eltern zusammenzuschließen, deren Kinder den gleichen Schulweg haben.
  • Mit dem Auto in die Schule: Erklären Sie richtiges Verhalten beim Ein- und Aussteigen.
  • Kinder immer zur Gehsteigseite hin aussteigen lassen. Der Kindersitz muss auf der richtigen Seite angebracht sein. Beim Abholen nie auf der gegenüberliegenden Seite warten. Die Kinder stürmen nach dem Unterricht aus der Schule und rennen dann oft ohne auf den Verkehr zu achten über die Straße.
Microscooter, Trittroller, Skateboards oder Kinderfahrräder dürfen von Kindern unter 12 Jahren im öffentlichen Verkehr nicht ohne Aufsichtsperson gefahren werden. Die Aufsichtsperson muss mindestens das 16. Lebensjahr vollendet haben. Besitzt das Kind einen Radfahrausweis, darf es bereits ab dem 10.Geburtstag alleine mit den oben genannten Fortbewegungsmitteln unterwegs sein.


Mit welchem Alter darf ein Volksschulkind alleine mit den Öffis fahren?

Ab sieben Jahren dürfen Kinder alleine mit den öffentlichen Verkehrsmitteln fahren. Die Eltern müssen ihre Kinder jedoch auch auf die Öffis vorbereiten, damit sich die Kinder auch zurechtfinden.

Bei der Heimfahrt vom Sport: ab welchem Alter, welche Uhrzeit?

Jugendliche bis zum vollendeten 14. Lebensjahr dürfen in der Zeit von 5 bis 22 Uhr öffentliche Veranstaltungen allein besuchen und sich allein an allgemein zugänglichen Orten aufhalten. In Begleitung einer Aufsichtsperson (z.B. Eltern) können sich Kinder und Jugendliche auch außerhalb dieser Zeiten aufhalten.

Aufsicht bei Schulveranstaltungen: Haftung, Versicherung

Die Aufsichtspflicht zählt zu den Erziehungsaufgaben von Lehrern und ist im Aufsichtserlass des Bundesministeriums für Unterricht, Kunst und Kultur (BMUKK) von 1997 geregelt. Die Kinder müssen 15 Minuten vor Unterrichtsbeginn, während der Schulzeit, in den Pausen und bis zum Verlassen des Schulgebäudes nach Unterrichtsschluss beaufsichtigt werden. Auch bei internen oder externen Schulveranstaltungen, Projekttagen, Skikursen, Sprachwochen etc. gilt die Aufsichtspflicht.

Wie weit gehen die Aufsichtspflichten der Lehrer?

Die Schulleitung und/oder ein bestimmter Lehrer haften nur dann, wenn man ihnen ein bestimmtes Fehlverhalten vorwerfen kann. Hat sich ein Kind zum Beispiel im Sportunterricht aus eigener Unachtsamkeit verletzt und der Turnlehrer hat seine Aufsichtspflichten erfüllt, entstehen keine Schadenersatzansprüche.

Ab wann darf ein Kind alleine zu Hause bleiben?

Ab welchem Alter Kinder alleine zu Hause bleiben dürfen, ist im Gesetz nicht explizit geregelt. Bis zum 18. Lebensjahr gilt jedoch die Aufsichtspflicht der Erziehungsbeauftragten.

Doch ab welchem Alter kann man Kinder grundsätzlich aus den Augen lassen?

Kinder unter drei Jahren sollten auf keinen Fall aus den Augen gelassen werden. Das Kind sollte sich immer in Reichweite befinden, da es mögliche Gefahren noch nicht wahrnehmen kann. Ab dem fünften Lebensjahr kann man sein Kind auch schon alleine im Garten, Kinderzimmer etc. spielen lassen. Jedoch sollten die Eltern das Kind immer im Blickwinkel behalten. Mit dem Beginn der Volksschule und des regelhaften Denkens können Kinder schon längere Zeiten alleine gelassen werden Aber Achtung! Lässt man etwa ein Kind im Vorschulalter unbeaufsichtigt im Freien spielen und verursacht es einen Schaden, stellt das eine Aufsichtspflichtverletzung der Eltern dar. Kinder und Jugendliche selbst haften strafrechtlich bis zur Vollendung des 14. Lebensjahres nicht.

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Bin ich im Recht?

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