Sicher auf dem Fahrrad

Darauf sollten Sie achten, wenn Sie mit dem Rad im Straßenverkehr unterwegs sind

Beachten Sie das Rechtsfahrgebot:

Fahren Sie so weit rechts wie der Verkehr es erlaubt. Im Allgemeinen beträgt der Abstand 0,8 bis 1 Meter zum Fahrbahnrand. Beim Vorbeifahren an parkenden Autos wird ein Abstand von 1,2 m empfohlen. In Fällen, wo nicht ausreichend Platz ist, können Sie daher auch weiter in der Mitte fahren.
 
  • Wenn es einen Fahrradweg gibt, müssen Sie ihn auch benutzen. Eine Ausnahme sind hier Radwege ohne Benützungspflicht, die durch ein quadratisches Verkehrszeichen gekennzeichnet sind. Wenn es die Sicherheit und Flüssigkeit des Verkehrs erlauben, können Sie bei diesen Radwegen auf die Straße ausweichen. Das Schieben von Fahrrädern ist auf Radwegen nicht erlaubt.
  • Freihändiges Fahren ist nicht erlaubt. Zeigen Sie einen Fahrstreifenwechsel durch deutliche Handzeichen an.
  • Es gilt ein Alkohol-Limit von 0,8 Promille.
  • Sie dürfen Ihr Fahrrad am Gehweg abstellen, wenn dieser breiter als 2,5m ist und solange Fußgänger dadurch nicht behindert werden. Die Ausnahme sind absolute Halteverbotszonen, wie etwa am Wiener Stephansplatz.
  • Das Nebeneinanderfahren ist auf Straßen nicht erlaubt, wohl aber auf Radwegen, in Wohnstraßen, Begegnungszonen und Fahrradstraßen, sowie – auf sonstigen Straßen mit öffentlichem Verkehr – bei Trainingsfahrten mit Rennfahrrädern.
  • Beim Nebeneinanderfahren darf nur der äußerste rechte Fahrstreifen benützt werden.  In Fußgängerzonen dürfen Sie dann nebeneinander fahren, wenn das Befahren der Fußgängerzone mit Fahrrädern erlaubt ist.
  • Gegen die Einbahn dürfen Sie nur dort fahren, wo es einen Radstreifen gibt und in Wohnstraßen, bzw. wenn unter dem Einbahnschildein Schild "ausgenommen Radfahrer" montiert ist. 
  • Überholt werden darf grundsätzlich nur links. Eine Ausnahme bilden Schienenfahrzeuge. Diese dürfen Sie auch rechts überholen.
  • Beachten Sie jedoch den Unterschied zwischen Überholen und Vorfahren. So dürfen Sie beim Vorfahren auch rechts an einer stehenden Kolonne vorbeiradeln. Setzt sich die Kolonne aber wieder in Bewegung, müssen Radfahrer die Geschwindigkeit drosseln. Rechts dürfen Sie nicht schneller radeln als die Autos fahren.

Wie muss Ihr Fahrrad ausgestattet sein? 

Sie brauchen:
 
  • Zwei voneinander unabhängig wirkende Bremsvorrichtungen
  • Klingel oder Hupe
  • Weißes und beständig leuchtendes Vorderlicht
  • Rotes Rücklicht (darf blinken)
  • Reflektoren vorne & hinten, seitlich an den Laufrädern und an den Pedalen
  • Für jede weitere Person: einen eigenen Sitz mit Haltevorrichtung und eigene Pedale oder Abstützvorrichtung. Sobald eine zweite Person mitgeführt wird, müssen die Füße abgesichert werden.  

Wichtige Fahrrad-Verkehrszeichen im Überblick

§ 68 Abs 1a Radweg ohne Benützungspflicht:
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§ 68 Abs 1a Radweg mit Benützungspflicht:
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Der Radweg muss benützt werden, das Rad darf hier nicht geschoben werden.



§ 68 a Abs 1a Geh- und Radweg ohne Benützungspflicht:
 a)    b)
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Diese Zeichen zeigen einen Geh- und Radweg an, der von Radfahrern benützt werden darf, aber nicht muss.
a) beschreibt einen für die gemeinsame Benützung durch Fußgänger und Radfahrer bestimmten Geh- und Radweg.
b) kennzeichnet künftig einen Geh- und Radweg, bei dem der Fußgänger- und Fahrradverkehr getrennt geführt werden. Die Symbole entsprechen der tatsächlichen Verkehrsführung (Fußgänger rechts, Fahrrad links oder umgekehrt).

 

§ 67 StVO Fahrradstraße:
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In einer Fahrradstraße ist jeder anderer Fahrzeugverkehr verboten, nur das Queren ist jedenfalls erlaubt. Das Befahren mit anderen Fahrzeugen kann behördlich erlaubt werden, dann gilt die maximale Geschwindigkeit von 30 km/h. Radfahrer dürfen weder gefährdet noch behindert werden.


§ 76c StVO Begegnungszonen:

   
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Als Begegnungszonen gilt eine Straße, deren Fahrbahn für die gemeinsame Nutzung durch Fahrzeuge und Fußgänger bestimmt ist. Parken ist nur an den dafür gekennzeichneten Stellen erlaubt. Die maximale Geschwindigkeit darf 20 km/h nicht übertreten. Die Lenker von Fahrzeugen dürfen Radfahrer und Fußgänger weder gefährden noch behindern.Fußgänger ist es erlaubt, die gesamte Fahrbahn benützen, allerdings dürfen sie den Fahrzeugverkehr nicht mutwillig behindern.  

Telefonieren am Fahrrad

Es ist seit der 25. STVO-Novelle verboten, am Rad mit dem Handy zu telefonieren.Telefonieren dürfen Sie nur mit einer geeigneten Freisprecheinrichtung. Halten Sie sich nicht daran, begehen Sie eine Verwaltungsübertretung, die mit einer Organstrafverfügung in der Höhe von 50 Euro geahndet wird.

Musikhören am Fahrrad

Musikhören und Telefonieren mit Kopfhörern am Fahrrad ist in Österreich ein Graubereich. Während es in Deutschland erlaubt ist, mit Kopfhörern zu fahren, gab es in Österreich in der Vergangenheit  Anzeigen durch Bezirkshauptmannschaften. Die Behörde argumentiert dabei oft mit Paragraph 58 StVO.

Nach dieser darf nur jemand ein Fahrzeug lenken „der sich in einer solchen körperlichen und geistigen Verfassung befindet, in der er ein Fahrzeug zu beherrschen und die beim Lenken eines Fahrzeuges zu beachtenden Rechtsvorschriften zu befolgen vermag.“ Es ist daher empfohlen, nur Modelle ohne Kopfhörer zu verwenden.

Kinder am Fahrrad

  • Kinder dürfen am Gehsteig fahren, wenn der Felgendurchmesser zwölf Zoll (30 cm) nicht überschreitet
  • Kinder dürfen bis zum 12. Lebensjahr nicht alleine mit einem Fahrrad am Straßenverkehr teilnehmen. Es muss eine mindestens 16-jährige Begleitperson dabei sein. Ab dem 10. Lebensjahr kann eine Radprüfung absolviert werden. Mit diesem Fahrradausweis darf das Kind dann schon ab dem 10. Lebensjahr alleine fahren.
  • Kinder bis zum vollendeten 12. Lebensjahr müssen einen Radhelm tragen 
  • Pro Fahrrad darf maximal ein Kind mitgenommen werden
  • Der Kindersitz muss mit dem Fahrradrahmen fest verbunden und hinter dem Sattel angebracht sein
Folgende Ausstattungen muss der Sitz aufweisen:
 
  • einen Gurt,
  • höhenverstellbaren Beinschutz,
  • Fixierriemen für die Füße
  • eine Kopflehne
In §5 Fahrradverordnung werden die Ausstattungen eines Fahrradanhängers aufgelistet.
Beim Personentransport braucht der Anhänger zusätzlich:
 
  • geeignete Rückhalteeinrichtungen,
  • eine mindestens 1,5 m hohe, biegsame Fahnenstange mit leuchtfarbenem Wimpel
  • eine Vorrichtung, die zur Abdeckung der Speichen und der Radhäuser und gegenüber Hinausbeugen sowie Kontakt der Beine mit der Fahrbahn wirksam ist.
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Sportlich Ehrgeizige müssen Helm tragen

Was ist passiert? 
Frau M. will eine Bundesstraße am Attersee überqueren, in diesem Augenblick nähern sich Herr S. und sein Freund auf ihren Rennrädern mit rund 35 km/h. Herr S. fährt im Windschatten seines Freundes.

Beide sind mit Renndressen bekleidet, tragen jedoch keinen Helm. Frau M. betritt die Fahrbahn, sieht die beiden zwar, glaubt aber, sie kann noch vor ihnen die Straße überqueren. Der Freund von Herrn S führt eine Notbremsung durch, Herr S. fährt auf ihn auf und stürzt.

Er zieht sich schwere Kopfverletzungen samt Dauerfolgen zu. Hätte er einen Helm getragen, wäre er mit einer Gehirnerschütterung ohne Dauerfolgen davongekommen. Trotzdem möchte er von Frau M. Schmerzengeld haben.

So hat der OGH entschieden: 
Der OGH lehnt sich an die Rechtsprechung deutscher Obergerichte an, die zwischen „normalen“ und „sportlich ambitionierten“ Radfahrern unterscheiden. Er bestätigt eine Helmpflicht für das unter rennmäßigen Bedingungen fahrende Unfallopfer, da sich einem besonderen Risiko durch das im Windschatten- und das schnelle Fahren aussetzt.
In seiner Entscheidung hat der OGH das Ergebnis einer Umfrage des Kuratoriums für Verkehrssicherheit im Jahr 2006 herangezogen, wobei bereits 93% der Befragten das Tragen eines Helms bei Radsportlern als wichtig erkennen.

Somit kann von einem „allgemeinen Bewusstsein der beteiligten Kreise“ in Österreich ausgegangen werden, dass der „Einsichtige und Vernünftige“ wegen der erhöhten Eigengefährdung bei Fahrten unter rennmäßigen Bedingungen einen Radhelm trägt. Im Ergebnis bedeutet das für Herrn S., dass er sich wegen des verbotenen Windschattenfahrens (§ 18 Abs1 StVO) ein Drittel Mitverschulden anrechnen lassen muss. Die verbliebenen 2/3 werden wegen der Verletzung der Helmpflicht – analog zur Gurtenpflicht – um weitere 25% gekürzt.   
 

2 Ob 99/14v, 27.08.2014

Mittelloser Fahrradfahrer kann Schmerzensgeld nicht bezahlen! Was nun?

Fall der Woche: KW 6 2016

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Fall der Woche: KW 37 2017 - Martha wird in einen Fahrradunfall mit einem kleinen Kind verwickelt. Der nächste Schock kommt, als ihr die strafrechtliche Verfolgung des Falls angedroht wird.

Von frei laufendem Schaf verletzt! Was nun?

Fall der Woche KW 41 2017 - Christiane Z. ist mit dem Mountainbike unterwegs, als sie von einem Schaf angegriffen und verletzt wurde. So konnte die D.A.S. der Hobbysportlerin helfen.