Ausbildung

Bildungswege in Österreich

Für alle Kinder, die sich in Österreich dauernd aufhalten, besteht die allgemeine Schulpflicht. Diese beginnt mit dem ersten September nach Vollendung des 6. Lebensjahres und dauert neun Schuljahre. Schulpflichtige Kinder müssen von ihren Erziehungsberechtigten in der zuständigen Volksschule angemeldet werden.

Schülerbeihilfen

SchülerInnen mit österreichischer Staatsbürgerschaft sowie EWR BürgerInnen haben Anspruch auf verschiedene Schülerbeihilfen sofern sie bestimmte gesetzliche Voraussetzungen erfüllen. Es können beispielsweise Heimbeihilfen oder Fahrtkostenbeihilfen beansprucht werden. Auch SchülerInnen fremder Staatsangehörigkeit können Beihilfen erhalten. Dazu muss mindestens ein Elternteil in Österreich wenigstens 5 Jahre einkommenssteuerpflichtig sein. Der Lebensmittelpunkt des/der Erziehungsberechtigen muss in Österreich sein.

Studium an der Universität

Um ein Universitäts- oder FH Studium absolvieren zu können, muss die Hochschulreife erlangt werden (meist durch Ablegung der Reifeprüfung/Matura an einer höheren Schule). Es besteht auch die Möglichkeit, eine Studienberechtigungsprüfung abzulegen.

So unterstützt die D.A.S. Studierende beim Rechtsschutz

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Lehre und Lehrabschlussprüfung

Viele Jugendliche möchten nach Ende ihrer Schulpflicht eine Lehre beginnen. Welche Berufe man durch ein entsprechendes Ausbildungsverhältnis erlernen kann, ist in der Lehrberufsliste des Bundesministeriums für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft vermerkt. Für jeden Lehrberuf wird auch die Dauer der Lehrzeit angegeben.

Grundwehrdienst

Die Stellungspflicht betrifft alle männlichen Österreicher des jeweils aufgerufenen Geburtsjahrganges (Frauen können sich freiwillig zum Bundesheer melden). Betroffen sind auch ältere Jahrgänge, die dieser Pflicht noch nicht nachgekommen sind. Grundsätzlich müssen die Wehrpflichten in dem Kalenderjahr zu Stellung gehen, in dem sie das 18. Lebensjahr vollenden. Der Wehrdienst dauert derzeit 6 Monate.

Zivildienst

Statt des Präsenzdienstes beim Bundesheer kann man nach dem Zivildienstgesetz auch einen Zivildienst bei karitativen Organisationen, in Altersheimen usw. ableisten. Eine "Gewissensprüfung" (Glaubhaftmachung, dass man es aus schwerwiegenden Gründen ablehnt, Waffengewalt anzuwenden) ist nicht erforderlich. Der Zivildienst dauert ab dem Antritt nach dem 1.1.2006 neun Monate bei insgesamt zwei Wochen Urlaubsanspruch ab dem 7. Monat der Dienstleistung.

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zuletzt aktualisiert am 29.06.2018

Staat muss für Studienverzögerung entschädigen

Was ist passiert:
Herr D. ist seit dem Wintersemester 2004 Medizin-Student an der Universität Graz.
Am 1.7.2005 fällt D. bei einer Prüfung durch; beim Wiederholungsantritt am 12.09.2005 geht alles gut und D. schließt den ersten Studienabschnitt positiv ab. 
Bei den besonders wichtigen Lehrveranstaltungen im zweiten Studienabschnitt ist die Teilnehmeranzahl auf 264 beschränkt. Der positive Abschluss des ersten Studienabschnitts ist Anmeldevoraussetzung für diese Lehrveranstaltungen. Wegen seines Prüfungshoppalas wird D. auf Platz 364 der Anmeldungen gereiht. Parallele Lehrveranstaltungen bietet die Universität nicht an .D. bekommt daher erst mit einem Semester Verzögerung Zugang zu seinen gewünschten Lehrveranstaltungen.
Im Februar 2011 beendet D. sein Studium.
Herr D. möchte gerichtlich feststellen lassen, dass die Republik Österreich für sämtliche zukünftige Schäden haftet, weil die Universität keine Parallelveranstaltungen im Wintersemester 2005/2006 angeboten hat.
Die Universität Graz tritt auf Seiten der beklagten Republik dem Rechtsstreit bei.

So hat der OGH entschieden:
Nachdem sich Herr D. immer darauf berufen hat, dass er durch den verspäteten Berufseintritt Vermögensnachteile befürchtet, ist grundsätzlich ein Feststellungsinteresse gegeben.

Die Universität hat rechtswidrig gehandelt, weil sie es unterlassen hat, Parallelveranstaltungen anzubieten.
Die Republik Österreich haftet für dieses rechtswidrige Verhalten der Universität: Mangelnde finanzielle Mittel und Personalmangel stellen keinen Entschuldigungsgrund dar. Vielmehr ist die Republik – als verantwortlicher Rechtsträger – dazu verpflichtet, den Universitäten jene Mittel zur Verfügung zu stellen, die diese benötigen, um ihrer gesetzlichen Verpflichtung – auch bei steigender Anzahl Studierender –nachzukommen.


1 Ob 251/12m, 11.04.2013

Kein Rückersatz von Ausbildungskosten bei illegaler Klausel

Was ist passiert?
Frau K. ist bereits seit 1.1.2006 bei der Firma L. beschäftigt, als sie im August 2006 mit ihrem Arbeitgeber vereinbart, dass dieser ihr die Ausbildung zum Office-Manager ermöglicht und die Ausbildungskosten von EUR 3.600,- übernimmt. Frau K. verpflichtet sich, die gesamten Ausbildungskosten zurückzuzahlen, wenn das Arbeitsverhältnis vor Ablauf von fünf Jahren durch unberechtigten vorzeitigen Austritt, berechtigte Entlassung, Nichtbestehen der Abschlussprüfung, mehrmaliges unentschuldigtes Fernbleiben von der Ausbildungsveranstaltung, Kündigung durch den Arbeitnehmer oder einvernehmliche Auflösung endet.

Die Ausbildung dauert von 22.09.2006 bis 12.02. 2007. Bereits am 17.10.2007 kündigt Frau K. zum 12.12.2007.

Ihr Arbeitgeber rechnet außergerichtlich 55/60stel der Ausbildungskosten gegen Entgeltansprüche der Frau K auf. Diese klagt ihren ehemaligen Arbeitgeber und bringt vor, dass die vereinbarte Rückzahlungsklausel unwirksam ist, weil sie keine Aliquotierung vorsieht. 

So hat der ObA entschieden:
Alle drei Instanzen geben Frau K. Recht: § 2 Arbeitsvertragsrechts -Anpassungsgesetz (kurz AVRAG) sieht vor, dass eine Verpflichtung zur Rückerstattung von Ausbildungskosten unter anderem dann nicht besteht, wenn die Höhe der Rückerstattungsverpflichtung nicht aliquot, berechnet vom Zeitpunkt der Beendigung der Ausbildung bis zum Ende der zulässigen Bindungsdauer, vereinbart wird.  Und ein Vertrag, der gegen ein gesetzliches Verbot verstößt, ist gemäß § 879 ABGB nichtig.

Frau K. muss daher die Ausbildungskosten nicht zurück erstatten.


9ObA126/08g, 01.04.2009

Wegen Verstoß gegen das Schulpflichtgesetz beschuldigt! Was nun?

Fall der Woche: KW 9 2015

Unglücklicher Unfall bei Schulausflug! Was nun?

Fall der Woche: KW 20 2016

Ungerecht benotet! Was nun?

Fall der Woche KW 28 2017 - Leider steht dem 13 jährigen Tobias eine Nachprüfung in Mathematik ins Haus. Er bereitet sich den ganzen Sommer über auf die Prüfung vor. Am Prüfungstag das ernüchternde Ergebnis: Tobias besteht die Prüfung nicht.