Arbeitnehmer-/Arbeitgeber-Beziehung


Welche Möglichkeiten zur Zusammenarbeit von Arbeitgebenden und Arbeitnehmenden gibt es in Österreich?

·        Dienstvertrag (auch bei geringfügiger Beschäftigung)
·        freier Dienstvertrag
·        Werkvertrag mit Gewerbeschein
·        Werkvertrag ohne Gewerbeschein (für neue Selbständige)

Was ist der Unterschied zwischen Dienstvertrag und freiem Dienstvertrag


Mit beiden Verträgen verspricht eine Person die Leistungserbringung in wirtschaftlicher Abhängigkeit vom Auftraggebern. Dabei können freie Dienstnehmer ihren Arbeitsort, Arbeitszeit und Arbeitsablauf weitgehend selbst bestimmen.
Achtung: Freie Dienstnehmer müssen gewisse unternehmerische Merkmale aufweisen, wie eigene Betriebsmittel und Unternehmerrisiken.

Was ist der Unterschied zwischen freiem Dienstvertrag und Werkvertrag?

Mit einem Dienstvertrag müssen bestimmte Tätigkeiten erbracht werden. Mit einem Werkvertrag müssen bestimmte Erfolge erbracht werden. Wird beim Werkvertrag nur für einen Auftraggeber gearbeitet, besteht die Gefahr, dass ein Dienstverhältnis unterstellt wird!

Was ist der Unterschied zwischen neuen Selbständigen und  Gewerbetreibenden?


Neue Selbständige arbeiten ohne Gewerbeschein. Oft laufen sie Gefahr, gewerberechtlich als Pfuscher zu gelten. Bei Überschreiten der Versicherungsgrenzen besteht Sozialversicherungspflicht nach dem GSVG (Gewerbliches Sozialversicherungsgesetz).

 

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Worauf müssen neue Selbstständige achten?


Neue Selbständige sollten prüfen, ob für ihre Tätigkeit nicht doch ein Gewerbeschein erforderlich ist. Neue Selbständige müssen Merkmale eines Unternehmers aufweisen, z.B. eigene Betriebsmittel, eigenes Büro, volles unternehmerisches Risiko.

 

Dies sollte im Werkvertrag, in der Leistungserbringung und in der Rechnungslegung zum Ausdruck kommen. Auftraggeber sollten die Steuernummer und die Sozialversicherungsanmeldung kontrollieren.

 

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Steuerliche und sozialversicherungsrechtliche Unterschiede

Für Dienstnehmer bezahlen Dienstgeber die Sozialversicherungsbeiträge, die Lohnsteuer und sonstige Lohnabgaben.Für freie Dienstnehmerbezahlen Dienstgebende nur Sozialversicherungsbeiträge und sonstige Lohnabgaben.
Die Einkommenssteuer bezahlen Dienstnehmer selbst.

WerkunternehmerInnen bezahlen sowohl die Sozialversicherung als auch die Einkommenssteuer selbst. 

 

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Vorteile von Dienstnehmern

  •  Entgeltfortzahlung bei Krankheit, Urlaub oder sogar bei Pflegefreistellung, eventuell Anspruch auf Jubiläumsgeld, Insolvenzausfallsgeld
  • Vorteile durch die günstige Besteuerung des 13. und 14. Monatsbezuges, kein bzw. geringer Selbstbehalt in der Sozialversicherung.
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Vorteile von WerkunternehmerInnen

·      Unabhängigkeit von Auftraggebern
·       flexible Arbeitseinteilung und Vertretungsrecht
·      Absetzbarkeit von Betriebsausgaben in der Steuererklärung
·       geringere Sozialabgaben

Was ist eine geringfügige Beschäftigung?


Dienstnehmer verdienen weniger als € 405,98 im Monat (2015). Dienstgeber müssen nur Beiträge zur Unfallversicherung und zur Mitarbeitervorsorge bezahlen. Geringfügig Beschäftigte können sich in der Kranken- und Pensionsversicherung kostengünstig selbst versichern.

 

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Was kostet ein/eine DienstnehmerIn?


Der monatliche Bruttobezug x 18,5 ergibt annähernd die jährlichen Gesamtkosten eines/einer DienstnehmerIn.

 

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Kosten einer produktiven Arbeitsstunde


Der monatliche Bruttobezug x 1,23% ergibt annähernd den Wert, der Kunden pro Arbeitsstunde mindestens verrechnet werden sollte.

 

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zuletzt geändert am 04.06.2015

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