AssCompact: Sehr geehrte Frau Mag. Weissmann, das renommierte, unabhängige Marktforschungsinstitut IMAS hat im Herbst 2004 im Auftrag der D.A.S. nach 2001 und 2002 wieder Trenderhebungen zum Thema Rechtsschutz durchgeführt. Welche Erkenntnisse haben Sie aus dieser Studie gewonnen?
Mag. Manuela Weissmann: Ziel dieser Trenderhebungen, die wir regelmäßig mit IMAS durchführen, ist die Analyse der Erwartungen bzw. Wünsche der Österreicher im Zusammenhang mit dem Angebot und der Vorgangsweise einer Rechtsschutzversicherung. Darüberhinaus überprüfen wir unsere Position im Umfeld der Mitbewerber.
Besonders auffällig und interessant war diesmal die Entwicklung, die bei folgenden zwei Fragen zu erkennen war:
Bei der Frage nach der erwarteten Erstreaktion des Rechtsschutzversicherers im Schadenfall zeigt sich noch weitaus deutlicher als in den Vorjahren, dass 66% der österreichischen Bevölkerung und knapp 80% der Unternehmer ein persönliches Gespräch mit einem fachkundigen Mitarbeiter der Rechtsschutzversicherung über rechtliche Chancen und mögliche Maßnahmen im Schadenfall erwarten.
Auf die Frage "Welche Vorgangsweise erwarten Sie sich von Ihrer Rechtsschutzversicherung im Schadenfall?" äußern 56% der österreichischen Bevölkerung und 80% der Unternehmer den Wunsch, dass ein fachkundiger Mitarbeiter der Rechtsschutzversicherung versucht, ihren Standpunkt bei der Gegenseite durchzubringen. Nur mehr 14% bzw. 23 % bevorzugen, dass sofort ein von ihnen selbst ausgewählter Anwalt beauftragt wird.
AC: Wurde bei dieser Studie quer durch die Bevölkerung gefragt, oder wurde in bestimmte Gruppen unterteilt?
MW: Es gab wie in den Vorjahren zwei Teile. Der erste Teil umfasste einen Personenkreis, der repräsentativ für die gesamte österreichische Bevölkerung ab 16 Jahren ist. Die Stichprobe entsprach der demographischen Zusammensetzung der Gesamtheit der österreichischen Bevölkerung betreffend Merkmale wie Geschlecht, Altersgruppen, Berufstätigkeit, Berufskreise etc. Sie war proportional zu den Bundesländern und Ortsgrößen, wodurch eine gute regionale Streuung gewährleistet war. Die Ergebnisse können daher - wie bei sämtlichen von uns durchgeführten Studien - auf die Gesamtheit der Bevölkerung in Österreich verallgemeinert werden.
Der zweite Teil war eine Trenderhebung unter österreichischen Betrieben, wobei wir uns immer auf Klein- und Mittelbetriebe aus den Branchen Hotellerie, Gastronomie, Baugewerbe, Transportgewerbe, Lebensmittel-Einzelhandel sowie sonstiger Handel konzentrieren.
AC: Welche Fragen waren für die D.A.S. besonders aussagekräftig und wie lautet das jeweilige Ergebnis dazu?
MW: Die zwei zuvor bereits erwähnten Fragen zur erwarteten Erstreaktion und Vorgehensweise im Schadenfall waren für uns die bedeutendsten und die Ergebnisse aufgrund der deutlichen Zahlen auch die aussagekräftigsten in der langfristigen Trendentwicklung. Sie haben uns auch vor allem bestätigt, da gerade die D.A.S. diese Kundenwünsche mittels ihrer regionalen Präsenz in ganz Österreich und dadurch direkt beim Kunden, vor Ort, in seiner Heimatregion, durch mehr als 40 "hauseigene" Juristen, durch unsere langjährige Erfahrung - auch in der Selbstregulierung - und durch unser bewährtes Netz an Vertrauensanwälten erfüllen kann. Uns wurde durch die Studienergebnisse bestätigt, dass dies markante Unterscheidungsmerkmale zum Mitbewerb sind, die für die Kunden immer mehr an Bedeutung gewinnen.
Bei der Frage nach der Wichtigkeit der einzelnen Rechtsschutz-Bausteine hat sich gezeigt, dass sämtliche Angebote im Rechtsschutz von mindestens drei Viertel der Bevölkerung als prinzipiell wichtig erachtet werden. Besonders hohe Bedeutung besitzen für die Menschen Rechtsschutz für's Auto, Kostenübernahme für anwaltliche Beratung, Rechtsschutz bei Schadenersatzstreitigkeiten sowie juristische Beratungsleistungen und außergerichtliche Konfliktlösung.
Selbstverständlich wurden auch die "Klassiker" wie spontane und gestützte Bekanntheit, Werbeerinnerung, Sympathie-Anmutung, Image etc. abgefragt.
AC: Wird das Ergebnis dieser Studie konkrete Auswirkungen auf ihr Unternehmen haben?
MW: Natürlich. Wir nehmen die Wünsche und Erwartungen unser Kunden und potentiellen Kunden sehr ernst und ziehen unsere Schlussfolgerungen aus den Studienergebnissen. So werden wir unsere regionale Präsenz und Erreichbarkeit in ganz Österreich weiterhin durch zentrale Dienstleistungen, wie z.B. unsere Telefonische RechtsAuskunft oder die 24h-Soforthilfe, ergänzen, aber nicht ersetzen. In weiteren, wichtigen Bereichen wurde unsere Arbeit und der Weg, den wir eingeschlagen haben, bestätigt. Z.B. hat die Aktualität und Bekanntheit unserer Marke nach einer Phase der Schwäche in 2002 nun wieder einen neuen Höchststand erreicht.
AC: Sehr geehrte Frau Mag. Weissmann, vielen Dank für das Gespräch!